Einfaches RGB
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Gesammelte Papa Punk-Reviews!

Hier findet Ihr alle schicken Papa Punk-Kritiken (wird aktualisiert):
Ox-Fanzine 144 Juni/Juli 2019
ZWAKKELMANN Papa Punk
Hulk Räckorz • punkrock.de • 47:59 • Kennt ihr schon „Papa Punk“? Nein? Ich schon. Zumindest glaubt man ihn zu kennen, wenn man schon einmal das Vergnügen hatte, den Herrn Schlaffke Wolff alias ZWAKKELMANN persönlich getroffen zu haben. Denn da liegt wohl sehr viel Autobiografisches zugrunde, liest man die unterhaltsame Geschichte von „Papa Punk“ im Booklet des achten Albums von ZWAKKELMANN, dem – nennen wir es ruhig immer noch so – Solo-Projekt des ehemaligen Sängers der Hamminkelner Speed-Punker SCHLIESSMUSKEL. Das Werk lässt sich am besten als Konzeptalbum verstehen, denn es wird ein Tag im Leben des „Papa Punk“ beschrieben, inklusive Festivalbesuch, Kinderpläne, Liebeskummer und Treffen mit dem einen
oder anderen Prominenten wie Linus Volkmann, Olli Schulz oder Dirk Jora, die dann auch gleich alle mal ein bisschen zum Gelingen beitragen dürfen. Ansonsten bleibt sich ZWAKKELMANN, der Udo Jürgens der niederrheinischen Punkrock-Szene, weitgehend treu und präsentiert äußerst kurzweilig 17 kleine, neue Punk-Pop-Country-Chanson-Hits, die sich thematisch wieder zwischen Komik und Tragik bewegen. Ein tiefer Blick in die Seele eines großen Melancholikers. Und da liegt nach wie vor seine große Stärke. Bei Liedern wie „Momentaufnahmen von dir“ oder „Du hast’s geschafft“ kamen mir fast unweigerlich die Tränen. Macht summa summarum ein sehr kurzweiliges Album, das auch durch Schlaffkes solide Rhythmustruppe mitgetragen und so zu einer sauberen Angelegenheit wird. Abel Gebhardt

Bierschinken
Zwakkelmann: Papa Punk
Der regelmäßige Leser dieser Seite wird es bereits wissen: Ich bin bekennender Fan von Zwakkelmann. Das letzte Album habe ich bereits als das wohl beste Werk der Band um Schlaffke bezeichnet. Nun erscheint mit „Papa Punk“ das achte Album mit 20 Tracks. Es sind 17 Lieder und drei kurze „Hörspiele“ (alle sind keine halbe Minute lang) zu vernehmen. Das ist auch schon der einzige Kritikpunkt: Diese Einspieler hätte man sich getrost schenken können. Sie stören meiner Meinung nach eher den Fluss zwischen den Titeln. Geschenkt. Denn mal wieder werden ausschließlich Hits geliefert. Die Lieder „Ra-Ra-Ramones“ und „Nashville Tennesse“ dürften einigen schon bekannt sein, zu ihnen wurden Videos gedreht. Das sind gute Lieder, aber bei Weitem nicht die besten auf „Papa Punk“. Mit „Notdurftverrichtungs-Zeitanalyse“ (beim ersten Hören musste ich nicht schmunzeln, nein, lauthals lachen), „Schöngeistiger Zupfgeigenhansl“ (endlich eine angemessene Kritik gegenüber diesen inflationären weinerlichen Songwritern ohne Humor) und „Ansage“ (Zwakkelmann versucht bayerisch zu singen. Köstlich.) sind drei Songs dabei, die textlich einfach großartig sind. Wer darüberhinaus einen Song mit der Zeile „Du stinkst aus dem Maul wie ein Gulli“ beginnt („Lass mich in Ruh“), kann eigentlich gar nix mehr falsch machen. Also: Textlich schon mal 1 mit Stern. Doch auch die ernsteren Songs sind großartig: „Mehr als schön“ ist wirklich mehr als schön schrammlig, erinnert fast an die ersten Tocotronic-Scheiben. Die „Etüde in z-Moll“ kommt ganz ohne Text aus, der „Dubidubdub“-Refrain ist jedoch so ein gottverdammter Gute-Laune-Ohrwurm, herrlich. Sonst noch positiv hervorzuheben ist die Kritik an der eigenen Szene („Punk-Buchhalter“), sowie die klare Positionierung gegen rechts („Selbstverständlich“, „Dumme Nazibraut“). Sehr schön finde ich auch noch „Momentaufnahme von dir“ und „Miss Verständnis“, wobei diese Songs tatsächlich eher in die poppige, fast schon schlagerhafte Richtung gehen. Das ist übrigens auch schon einer der beiden größten Unterschiede zum Vorgänger-Werk: Das war eher sperrig, man brauchte so 4-5 Hördurchgänge, bis die Songs richtig zündeten, da die langsameren, etwas komplexeren, Songs quantitativ die Überhand hatten. Papa Punk hingegen ist ab dem ersten Hördurchgang eine Hit-Scheibe. Die Lieder sind tendenziell wieder deutlich schneller und punkiger, schlichtweg eingängiger. Erinnert mich an die Frühphase (2. Album: Stubenrocker), nur dass diese Scheibe hier viel besser produziert ist. Der zweite Unterschied ist, dass diese CD noch etwas positiver/ optimistischer wirkt.
Was natürlich noch erwähnt werden muss: Im Booklet werden sämtliche Songs durch eine Geschichte miteinander verbunden. Das gibt nochmal einen Extrakreativpunkt und erinnert an das Konzept von Zwakkelmanns drittem Album „Vollhorst“.
Ja, was kann man da zusammenfassend sagen: Vielleicht vereint Zwakkelmann auf „Papa Punk“ sämtliche Stärken der mittlerweile über 15-jährigen Karriere. Mit „Stubenrocker“ und „Entschuldigung“ sicher das beste Werk, sowohl musikalisch als auch textlich. Uneingeschränkte Kaufempfehlung. Kabl 05/2019

TOUGH Magazine
Zwakkelmann – Papa Punk
An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich mich sehr gefreut habe, dass Zwakkkelmann eine neue CD veröffentlichen. Und an dieser Stelle muss ich auch sagen, dass Musik immer Geschmackssache ist. Der ein oder andere aus meinem Freundeskreis mag Zwakkelmann weniger, aber ich (wie viele andere auch) fand Schlaffke Wolf, der mit zwei Mitmusikern das Projekt Zwakkelmann seit 2004 am Leben erhält, schon immer gut. Songs wie „Tomatenrotes Haar“, „Ja, vielleicht bin ich asozial“ oder auch „Brauche(n) Rock“ machen schon ordentlich Bock. Ebenso wie Songs von Schlaffkes alter Band Schließmuskel.
Und nun zu dieser CD. Ich schreibe extra CD und nicht Veröffentlichung, denn die CD bietet etwas Besonderes. Im Booklet finden wir nämlich neben den Texten eine Geschichte über „Papa Punk“, über die ich nicht zu viel verraten möchte.
Nun aber zu den Songs. „Ra-Ra-Ramones“ ist bereits bekannt. Vom Text finde ich das sehr lustig, aber vom Refrain bin ich etwas weniger überzeugt als von bekannten Underground Hits aus dem Hause Zwakkelmann. Trotzdem OK.
Jedoch gibt es auf dem Album richtig was abzufeiern. Die „Dumme Nazibraut“ ist so ein Highlight, da diese niemals über den „Tellerrand geschaut“ hat und deren „Facebook Kommentare“ man sich einfach sparen kann. Das ist Zwakkelmann. Ironisch und tiefsinnig.
Auch „Miss Verständnis“ löscht bei mir jedes Missverständnis, das hier eine schlechte CD vorliegen könnte. Ein sehr schönes Wortspiel prägt diesen Song und dabei frage ich mich auch, ob denn dieser Alex Scherz im Song „Selbstverständlich“ auch ein Wortspiel ist.
Das es Zwakkelmann auch etwas anders können, beweisen diese mit dem Song „Nashville Tennesse“. Da kann auch mal geschunkelt werden.
Richtig gut sind Zwakkelmann vor allem bei Songs wie „Hätte, hätte“ (das kann man sicher auch mit einigen Promille mitsingen. Stark!), dem flotten Opener „Notdurftverrichtungs Zeitanalyse“ (hier wird versucht aufzurechnen, wie viel Zeit man im Leben auf dem Lokus verbringt / wird sicher nicht Jedermanns-Geschmack sein) oder auch dem Abschiedslied „Du hast’s geschafft“. Ein schöner Abschluss eines guten Albums, das ein echtes Zwakkelmann Album geworden ist.
Eine Scheibe für alle, die Zwakkelmann (wie ich) schon immer gut fanden, oder einfach mal reinhören wollen, was nach Schließmuskel von Schlaffke Wolff denn an den Start gebracht wird, ist das hier direkt mal einen Tipp wert.
Ich freue mich, die Songs auch live hören zu dürfen und freue mich auch auf weitere Zwakkelmann Veröffentlichungen, die sicher auch wieder viele kleine Hits beinhalten werden.

Plastic Bomb-Fanzine
Zwakkelmann – Papa Punk
Eigentlich wollte ich jetzt das große Fass aufmachen. Aus dem Duden zitieren, mir alle Songs des neuen Zwakkelmann-Album einzeln vornehmen und auf charmante Art und Weise analysieren und ich hätte bestimmt noch irgendwo ein NameYour/Favourit/Philosopher-Zitat eingebaut bekommen. Das bietet sich nämlich hervorragend an, da Papa Punk gespickt ist mit lustigen, sonderbaren, ernsthaften, all- und nichtalltäglichen Geschichten, Einfällen und Gästen und diese mit einem breiten Repertoire an Musik umhüllt werden, das es schwerfällt das Trio in eine Schublade zu stecken. Zwakkelmann ist und bleibt Zwakkelmann und das kommt der Wahrheit dann doch am nächsten. (Hulk Räckorz) Pascal

Uglypunk
ZWAKKELMANN – PAPA PUNK (Hulk Räckorz)
Hinter ZWAKKELMANN, das sollte sich nach 7 Alben herum gesprochen haben, steckt ein gewisser Schlaffke, der früher als Sänger bei SCHLIESSMUSKEL sein Unwesen trieb und der sich nach der Zeit der analen Abdichtungsmuskel in ein neues Abenteuer stürzte. Allerdings nicht nur am Mikrophon stehend, sondern auch mit ner´ umgehängten Gitarre, die er schrammelte und mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger zur Komplettierung seiner kleinen Bigband. Soweit zur Vorstellung, die ich mir wahrscheinlich hätte sparen können, die aber sein muss, damit das Ganze professioneller wirkt. Ja, nee, is´ klar ne!
Auf seinem neuesten Werk öffnet Zwakkel-Schlaffke wieder einen großen Sack und lässt überdurchschnittlich viele Songs und Geschichten aus eben diesem. Verpeilt, liebenswert, sarkastisch, viele davon selbst erlebt oder aus gesammelten Eindrücken zusammen geschustert. ZWAKKELMANN´s Einflüsse sind das Leben da draußen, aber auch das Leben drinnen, vor der Glotze oder im Internet, in dem er sehr aktiv ist und das er auch gerne mal als Inspirationsquelle nutzt, um Texte zu schreiben. Sein spezieller Humor ist dabei sicherlich nicht jedermanns- und fraus Ding und wer denkt, dass ZWAKKELMANN jetzt, da er Papa geworden ist und sein Album auch so genannt hat, komplett an die Welt der Erwachsenen verlorenen gegangen ist, täuscht sich gewaltig.
ZWAKKELMANN bliebt ZWAKKELMANN und somit sich selbst treu. Seine Art sich auszudrücken, auch mal etwas weniger geläufige Worte mit einzubauen bleibt eine Besonderheit und nahezu einzigartig. Ich würde ihn stellenweise schon fast als ganz gerissenen Wortakrobaten umschreiben. Eingefleischte Fans werden nicht enttäuscht werden. Die, die noch überlegen ob sie es werden wollen, können mit dem nachfolgenden Film- und Liedchen zu Ehren der besten Band der Welt (nee, das sind und waren nie Die Ärzte) ja mal hören, was der Musikus und seine Mitmusikanten auf ihrer aktuellen Scheibe unter anderem so zu bieten haben. Steff

Crazyunited
Zwakkelmann – Papa Punk CD (29.04.2019)
Der jute alte Schlaffke aka Zwakkelmann haut ein neues Album auf den Markt. Die poetischen Ergüsse sind wie immer ganz ganz großes Kino. Wie bitte kommt man auf solche Texte? Ne gute Frage – Notdurftverrichtungs-Zeitanalyse. Ich sitze durchaus länger aufm Lokus und kann durchaus die Zeit beim Lesen von Fanzines vergessen. Mittlerweile hab ich ne Fitnessuhr, die nach 10 min vibriert und mir sag „LOS“! – find ich schon ne Frechheit beim kacken. Ne kurze Lobeshyme an die Ra Ra Ramones, den guten alten Plymouth Superbird. Klare Ansagen gegen selbstverständlich unnötige Rassisten, Dumme Nazibräute… so viel zum ersten Teil der 20 Beiträge, die restlichen hören auf so anregende Namen wie Schöngeistiger Zufpgeigenhansl, Der altgediente Rock’n’Roll, Punk-Buchhalter. Zwischendurch aufgelockert durch kleine Wordmeldungen von Linus Volkmann, Olli Schulz, Ede Wolff. Wer sich selbst zu ernst nimmt, kein Humor hat wird Papa Punk nicht verstehen. Zwakkelmann muss man einfach lieben. Wie immer begeistert – nur der Titel find ich doof, aber egal es sei dir verziehen. Achso, die musikalische Untermauerung der Songs fast vergessen. Von Punkrock bis ruhigere Töne alles dabei. GROSSARTIG und genau meine Welt. -nasty-

ROCK CITY 225
ZWAKKELMANN – PAPA PUNK (HULK RÄCKORZ) +++
20 Songs (inkl. Intros) voller Sarkasmus, Anarchy, Fun & Sozialkritik präsentieren uns die drei Punk Rocker von ZWAKKELMANN auf ihrem neuen Album. Songs wie „Ra-Ra Ramones“, „“Miss Verständnis“ oder „Hätte – hätte“ sind verdammt geile Songs mit tollen Mitgröhl Refrains. Die Band schafft es trotzdem , bei allem Spaß (den man ihnen stets und ständig in ihrer Spielfreude anmerkt) auch ernste Themen anzusprechen. Tolle CD (11 Punkte)

Disagreement.net
Zwakkelmann – Papa Punk
About every three years, Schlaffke Wolff is releasing a new Zwakkelmann album. The eighth one is called Papa Punk, and I wonder if the title is about the former Schließmuskel vocalist himself.
Not impossible, because the raunchy opener Notdurfverrichtungszeitanalyse is something which is somehow related to the Schließmuskel, which is the German word for sphincter. As a matter of fact, not that much has changed compared to earlier records. Schlaffke Wolff is still a charming prankster with a very unique voice that is really pleasant to listen to.
As is the custom with Zwakkelmann, the album contains a lot of tracks, most of which never make it above three minutes. The songs are simple and very catchy, all in all just good fun. There is a strong sense of humour, as on the history lesson Ra-Ra-Ramones, for which an entertaining video clip has been made. Hätte-Hätte and Lass mich in Ruh are two further tracks that move along quite nicely. Those familiar with Zwakkelmann know that a certain dose of kitsch also has to be part of the music. Mehr als schön is one such track, and Momentaufnahme is about lost love, a topic that was already a thing back in Schließmuskel times. If you like it cheesy, listen to Nashville Tennessee and also watch its video clip that looks like a vintage spaghetti western.
The many mood changes make listening to Zwakkelmann albums a rewarding experience. But you should listen to the lyrics too. Apart from the self-deprecating songs, there are tracks like Dumme Nazibraut and Selbstverständlich that show that the artist is having thought about current affairs. I also want to point out the lyrics to Du hast’s geschafft, a positive analysis of euthanasia.
The album also contains mini radio plays, none longer than one minute, by Linus Volkmann, Olli Schulz and Ede Wolf. Entschuldigung was already a strong album, and it cannot have been easy to top that one with Papa Punk. There is maybe no über-hit like Reißleine on the new album, but also no weak tracks. All in all, Papa Punk maybe be a little better, and I am glad that there are no discernible age symptoms to be found yet. One can only hope that Zwakkelmann will continue releasing his great music for many years to come.

Linus Volkmann
Über Schlaffke aka Reinhard Wolff von Zwakkelmann (bzw. früher Schließmuskel) habe ich an anderer Stelle in dieser Sammlung schon mal geschrieben. Um zu vermeiden, dass ich mich wiederhole, mache ich am besten das, was ihm eh gebührt: Ich spreche nicht schon wieder über meine Vergangenheit (mit seiner Musik) sondern über die neue Platte dieses übertrieben dünnen Best Agers.
Das Album beginnt ja schon mit dieser irreführende Selbstbeschreibung eines kinderlosen Hagestolz‘: „Papa Punk“? Denkt Schlaffke wirklich, die Kids orientieren sich heute an einem Hybrid aus Punk, Humor und Country? Halte ich für eher unwahrscheinlich. Aber er hat ja noch mich – und ähnlich Hängengebliebene. Wir alle lieben den Typen und wir sind Zigtausende. Schlaffke besitzt dabei sowas von dem sympathischen Sidekick, der es jetzt auch mal wissen will. Wie wenn der Roboter aus „Nummer 5 lebt“ auf einmal Karriere in Hollywood machen möchte. Man denkt so: „Ok…“ Aber eben auch: „Respekt!“
Die einzigartige Stimme, die bis zur Selbstaufgabe durchgeprügelten Endreime, der vielseitige Wandergitarren-Punk. „Papa Punk“ will seinem Hörer fast so viel Gutes wie die Mundorgel – ganz ohne Christentum.
Bloß mit sich selbst geht Schlaffke strenger ins Gericht – und haut sich ausdauernd das Prinzip der Selbstironie um die Ohren. Vermutlich auch um gegen mögliche Kritik immun zu sein, doch wer (außer ein Handvoll E-Faschos wegen des Songs „Nazi-Braut“) um Himmels Willen sollte welche hegen?
Denn Zwakkelmann ist wie einen Korb voller Welpen streicheln. Das will doch jeder, der noch bei Trost ist.